wer hat die leitlinien veröffentlicht und wer steht dahinter
Die neuen Empfehlungen stammen von American College of Cardiology und der American Heart Association in den USA und wurden in den Fachzeitschriften JACC und Circulation veröffentlicht. Unterstützt werden sie von neun wissenschaftlichen Gesellschaften und sie ersetzen die bisherige Version von 2018. Diese moderne Richtliniensetzung markiert einen deutlichen Wechsel in der Präventionsstrategie.
LDL-zielwerte und risikokategorien
Die aktualisierten Richtlinien legen genaue LDL-Zielwerte fest:
- unter 2,6 mmol/L für Personen mit grenzwertigem oder mittlerem Risiko,
- unter 1,8 mmol/L für Personen mit hohem Risiko und
- unter 1,4 mmol/L für Patientinnen und Patienten, die bereits ein kardiovaskuläres Ereignis hatten.
Außerdem empfehlen sie eine Behandlung bereits bei einem LDL-Wert über 4,9 mmol/L. Ein neuer Risikokalkulator, PREVENT-ASCVD, hilft dabei, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in den nächsten zehn Jahren zu ermitteln und unterteilt in vier Kategorien: niedrig, grenzwertig, intermediär und hoch.
früher und entschlossener behandeln
Die Leitlinien plädieren dafür, früher und entschlossener mit Medikamenten zu starten, wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen. Statine, als bewährte Mittel zur Senkung des LDL und zur Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse, stehen im Mittelpunkt der Therapie. „Statine sind eines der am besten untersuchten Medikamente in der Medizin“, bestätigt Juan Pablo Costabel, Kardiologe am ICBA Instituto Cardiovascular. Kommt es trotz Verhaltensänderungen zu keiner ausreichenden Verbesserung, wird häufig medikamentös ergänzt.
lebensstil bleibt die basis
Ein gesunder Lebensstil bleibt die Grundlage der Prävention. Ernährungsbewusstes Verhalten, regelmäßige körperliche Aktivität, Gewichtskontrolle, Verzicht auf Nikotin und ausreichender Schlaf sind zentrale Bausteine dieser Strategie. Juan Pablo Costabel betont, dass solche Veränderungen immer das Fundament jeder Behandlung sind, unabhängig von zusätzlicher Medikation. Pablo Corral ergänzt, dass „die Empfehlung des Lebensstils die Basis der Pyramide ist“ zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
wissenschaftliche sicherheit und bestehende herausforderungen
Die Senkung des Cholesterinspiegels hat keine negativen Folgen für hormonelle oder neurologische Funktionen. Pablo Corral sagt, es gebe keine wissenschaftlichen Belege, die Gegenteiliges nahelegen. Trotzdem bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit eine der führenden Todesursachen, bedingt durch eine alternde Bevölkerung und Risikofaktoren wie Bewegungsmangel und Adipositas, wie Costabel erklärt.
Der neue ehrgeizige Kurs der ACC und AHA wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die kardiovaskuläre Prävention in den kommenden Jahren prägen. In Kombination mit präziseren diagnostischen Werkzeugen wie dem PREVENT-ASCVD-Kalkulator und einem stärkeren Bewusstsein für gesundheitsfördernde Verhaltensweisen könnte dieser Kurswechsel erhebliche Folgen für unsere Gesundheit haben. Die klare Botschaft lautet: frühzeitig auf präventive Maßnahmen setzen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern, bevor sie schwerwiegende Stadien erreichen.
bildquellen und zitate
Der Artikel basiert auf Informationen und Interviews von Quellen wie Infobae, mit Bildhinweisen von Imagen Ilustrativa Infobae und Freepik. Zitate von Juan Pablo Costabel, Pablo Corral und anderen Expertinnen und Experten untermauern die Bedeutung der neuen Leitlinien als wichtigen Schritt in der Gesundheitsvorsorge.