Ein Design, das mit der Natur mitgeht
Das Projekt nimmt die anspruchsvolle Topografie des Tals geschickt auf. Die Anlage besteht aus drei klar definierten Volumen: Volumen A ist das Hauptgebäude in kreisförmiger Form und dient als Wohnbereich mit Schlafzimmern, Bädern und einer Küche mit rechteckiger Insel. Volumen B ist ein eigenständiges Studio oder Gästezimmer, ideal für Besucher oder als Rückzugsort. Volumen C ist ein rechteckiges Gebäude mit zusätzlichen Schlafzimmern sowie Lager- und Technikbereichen.
Die Aufteilung reagiert nicht nur auf die Landschaft, sie hilft auch, die vorhandene Vegetation zu erhalten, weil die Volumen getrennt angeordnet sind. So wirkt das Bauwerk, als entstehe es „aus dem Gelände“, indem es sich organisch in die Umgebung einfügt.
Natürliche Materialien und klimaorientierte Technik
Bei der Materialwahl bleibt Canales ihrem Ansatz treu: lokale Erde, gemischt mit Beton sorgt für eine natürliche Oberfläche. Das hilft, das Gebäude in der Umgebung zu tarnen. Gleichzeitig sind die verwendeten Materialien langlebig und brauchen keine zusätzliche Beschichtung, was die Unterhaltskosten niedrig hält.
Technisch ist das Haus gut durchdacht: Ein Regenwassersammelsystem versorgt das Gebäude, Solarpaneele liefern Strom und Warmwasser. In den Schlafzimmern sorgt eine hydronische Fußbodenheizung (wassergeführte Fußbodenheizung) für angenehme Wärme. Alle Räume profitieren außerdem von natürlicher Querlüftung und mehrfacher Orientierung, was für gute klimatische Verhältnisse sorgt.
Flexibel wohnen und räumliche Harmonie
Der zentrale Innenhof funktioniert nicht nur als schöner Blickfang, er ist auch Treffpunkt und sozialer Mittelpunkt. Die geschickte Anordnung der gekrümmten Module ermöglicht einzigartige 360-Grad-Sichten auf den Innenhof und die umgebende Landschaft. Dem flexiblen Wohnkonzept folgend lässt sich das Haus von zwei Familien nutzen und kann offen, introspektiv, familienorientiert oder gesellig gestaltet werden.
Die Struktur ist zudem Puffer zwischen Wald und Prärie, den trockenen und feuchten Jahreszeiten sowie den zentralen, inneren und äußeren räumlichen Bedingungen. Durch diese bewusste Raumgliederung entsteht eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur, während der Bau gleichzeitig Schutz und Offenheit garantiert.
Das Projekt von Fernanda Canales ist ein Beispiel dafür, wie moderne Architektur mit Umwelt und Nutzerbedürfnissen zusammenspielen kann. Es zeigt, dass nachhaltige Gebäude nicht nur ökologisch, sondern auch ästhetisch und technisch hochstehend sein können. Es lädt dazu ein, über intelligente Raumgestaltung nachzudenken und die Verbindung zur Umwelt zu vertiefen. Ein Denkmal, das sich dynamisch und anmutig an seine Umgebung anpasst und zugleich zukunftsweisende Bauweisen verkörpert.