Alarm in Uruguay
Forscher bestätigten die Präsenz von Sporothrix brasiliensis in den Regionen Maldonado und Rocha (im Südosten Uruguays), nachdem mehrere Infektionen bei Menschen und Tieren aufgetreten waren. Ein zunächst als Einzelfall betrachteter Fall entpuppte sich schnell als Hinweis auf ein regionales Problem. Die Untersuchungen zeigten, dass Katzen die Hauptüberträger sind, was die Lage noch brisanter macht. Zuvor wurde die Erkrankung vor allem mit Gürteltieren in Verbindung gebracht, nicht mit Katzen.
Was das für Südamerika heißt
Die Verbreitung des Pilzes bleibt nicht auf Uruguay beschränkt: In Brasilien gab es große Ausbrüche. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation nennt mehr als 11.000 menschliche Fälle in der letzten Dekade in Südamerika. Auch in Argentinien sorgten im Jahr 2024 zwei menschliche Fälle für Aufmerksamkeit, die auf kranke Katzen als gemeinsame Quelle zurückgeführt wurden.
Wer dahintersteckt
Die Untersuchung führten maßgeblich Elisa Cabeza und ihr Team von der Universidad de la Republica in Uruguay durch. Sie analysierten 157 diagnostizierte Fälle über 38 Jahre; bisher war die Mehrheit der Fälle vor allem mit Gürteltier-Kratzern verknüpft. Die Ergebnisse sind in einer Publikation in den Medical Mycology Case Reports dokumentiert und beschreiben die umfassende Verbreitung des Pilzes.
Übertragung und Mikrobiologie
Sporothrix brasiliensis kann durch Hautkontakt mit infizierten Katzen auf Menschen übergehen, zum Beispiel durch Kratzen oder Beißen. Der Pilz zeigt Dimorphismus: Er wechselt bei Körpertemperatur von der myzelialen Form in die Hefeform, was seine Anpassungsfähigkeit erhöht. Außerdem wurden Aerosoltröpfchen bei infizierten Katzen nachgewiesen (kleine Tröpfchen, die in der Luft schweben können), was die Sorge über die reine Übertragung durch Kratzer oder Bisse hinaus erweitert.
Symptome und wie man dagegen vorgeht
Beim Menschen beginnt eine Infektion meist mit einem roten Knoten auf der Haut, der sich weiter ausbreiten kann. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren und ältere Erwachsene. Bei Katzen führen Infektionen zu hartnäckigen Wunden und Haarausfall, vor allem im Gesichtsbereich.
Um die Lage in den Griff zu bekommen, sind koordinierte Maßnahmen nötig: schnelle Diagnosen, Behandlung der Infektionen und strengere Kontrollen streunender Katzenpopulationen. Ohne solche Schritte könnte sich die Infektion in Wohnvierteln weiter ausbreiten und schwer behandelbare Ausbrüche verursachen.
Diese Entdeckung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Auftreten von Sporothrix brasiliensis in Uruguay und die mögliche Ausbreitung in ganz Südamerika stellen für die lokale und internationale Gemeinschaft eine große Herausforderung dar. Proaktive Maßnahmen und Engagement aus der Bevölkerung sind dringend nötig, um diese wachsende Bedrohung effektiv zu bekämpfen.