Früher zusammen schlafen
Seit Jahrtausenden schlafen Menschen zusammen, ursprünglich, um Wärme zu teilen und Schutz zu bieten. In frühen Gemeinschaften war gemeinsames Schlafen ein Grundbaustein des Überlebens. Das Zusammenliegen sorgte dafür, dass man aufeinander achtgab und sich gegenseitig Sicherheit gab.
Archäologische Funde aus Südafrika zeigen, dass Menschen schon vor etwa 77.000 Jahren Matratzen aus Pflanzenmaterial herstellten, die groß genug waren, um ganze Familien aufzunehmen. Diese Matratzen belegen, dass Schlafplätze schon sehr früh auf Gemeinschaft und Sicherheit ausgelegt waren.
Heute: Schlafgewohnheiten im Westen
In der heutigen westlichen Welt teilen 80 bis 90 Prozent der Paare das Bett. Gemeinsames Schlafen gilt als wichtig für den sozialen und emotionalen Zusammenhalt. Trotz möglicher nächtlicher Störungen haben Forscher von der Monash University (Melbourne) und der Queensland University of Technology in mehreren Studien gezeigt, dass solche Störungen meist keinen langfristigen Einfluss auf die Schlafqualität haben.
Analyse vieler Schlafstudien macht deutlich: einfache Bewegungen wie Umdrehen, an der Decke ziehen oder unwillkürliche Zuckungen sind völlig normal. Tatsächlich werden Teilnehmer im Durchschnitt sechsmal pro Nacht von Bewegungen ihres Partners geweckt; am nächsten Tag erinnern sie sich jedoch meist nur an eine dieser Unterbrechungen. Das heißt: die meisten Störungen sind so kurz, dass sie nicht bewusst wahrgenommen werden.
Was das für Schlafqualität und Gesundheit bedeutet
Der Körper ist von Natur aus darauf eingestellt, kurze nächtliche Wachphasen zu verkraften. Für gesunde Menschen haben solche kurzen Erwachmomente selten größere Folgen für die allgemeine Schlafqualität. Studien aus verschiedenen soziokulturellen Umfeldern bestätigen, dass eine gewisse Zersplitterung der Nacht oft ohne große Bedeutung bleibt.
Trotz unbeabsichtigter Störungen durch den Bettpartner bringt gemeinsames Schlafen auch soziale Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind. Forschende empfehlen häufig, die Ursachen der Störungen direkt anzugehen, statt gleich auf getrennte Betten zu setzen.
Lösungen und Alternativen
Eine vorgeschlagene Methode hat sich als praktisch erwiesen: die sogenannte „Skandinavische Methode“. Dabei hat jeder Partner seine eigene Bettdecke. Das kann das individuelle Temperaturwohlsein verbessern und Störungen durch Ziehen an der Decke reduzieren. Wie die Forschenden in ihrem Artikel kommentieren: „Die sogenannte ‚Skandinavische Methode‘, bei der Paare jeweils ihre eigene Bettdecke haben, kann beispielsweise für ein besseres individuelles Temperaturkomfort sorgen und begrenzt Störungen, wenn jemand an der Bettdecke zieht.“
Untersuchungen unter Leitung von Forschenden wie Birgitte Kornum, die seit Jahren die Biologie des Schlafs erforscht, liefern konkrete Einsichten und Tipps für besseren Schlaf. Ihre Arbeiten heben hervor, wie wichtig das Verständnis biologischer Rhythmen für Gesundheit und mögliche Krankheiten ist.
Dieses breite Wissen über Schlaf legt nahe, dass statt einer Trennung beim Schlaf oft gezielte Maßnahmen gegen die Störungsursachen die sinnvollere Lösung sind. Die Forschung zeigt, wie eng gemeinsames Schlafen mit menschlichen Beziehungen verbunden ist und wie wichtig praktikable Lösungen sind, um das Beste aus dieser jahrtausendealten Praxis zu machen.