Warum Muskeln mit dem Alter schwächer werden
Erwachsene verlieren mit zunehmendem Alter ungefähr 1 bis 2 Prozent Muskelmasse pro Jahr, wenn sie kein regelmäßiges Krafttraining machen. Das wirkt sich deutlich auf die funktionelle Kraft aus. Aufgaben wie Einkaufstüten tragen, schwere Türen aufdrücken oder Gepäck heben werden dadurch schwieriger; plötzlich gewöhnliche Handgriffe sind eine Herausforderung, wenn die Armmuskulatur nachlässt.
James Bickerstaff, Personal Trainer bei OriGym, sagt dazu: „Solche Übungen aktivieren die Muskeln, die Schiebe-, Zieh- und Hebebewegungen im Alltag unterstützen.“ Wichtig ist: Die Armkraft nach 55 wieder aufzubauen heißt nicht zwangsläufig, stundenlang Gewichte zu stemmen. Richtig ausgeführte Körpergewichtsübungen und leichte Widerstandsübungen können genauso wirksam sein, vorausgesetzt, Form und Regelmäßigkeit stimmen.
Die vier Übungen, die sich lohnen
James Bickerstaff empfiehlt vier konkrete Übungen: Wand-Liegestütze, Armkreise, Trizeps-Dips und stehende Bizepscurls.
- Wand-Liegestütze sind eine sichere Möglichkeit, Brust-, Trizeps- und Schultermuskeln zu aktivieren und dabei Schultern sowie Handgelenke zu schonen. Auf die richtige Technik kommt es an: Die Ellbogen sollten leicht nach unten zeigen, um Verletzungen zu vermeiden.
- Armkreise dienen dazu, die Durchblutung der Arme zu verbessern und den Oberkörper auf den Tag vorzubereiten (das hilft, steife Schultern aufzuwärmen). Bickerstaff erklärt: „Armkreise verbessern die Durchblutung der Arme und bereiten den Oberkörper auf den kommenden Tag vor.“
- Trizeps-Dips stärken die Rückseite der Arme, eine Region, in der viele Menschen mit dem Alter Muskeltonus verlieren. Diese Übung lässt sich gut an einem stabilen Stuhl durchführen und zielt direkt auf den Trizeps, sodass Schiebe-Bewegungen im Alltag leichter fallen.
- Stehende Bizepscurls konzentrieren sich auf die Muskeln, die beim Heben und Tragen gebraucht werden, und verbessern die Griffstärke. Bickerstaff sagt: „Stehende Bizepscurls zielen direkt auf die Muskeln ab, die beim Heben und Tragen alltäglicher Gegenstände verwendet werden, und verbessern gleichzeitig Ihre Griffstärke.“
Wie man die Übungen in den Alltag einbaut
Diese Übungen sind nicht nur für Menschen geeignet, die schwere Gewichte vermeiden wollen; sie sind auch gelenkschonend. Empfehlenswert sind 2 bis 3 Sätze pro Übung mit einer angemessenen Anzahl von Wiederholungen und ausreichend Pausen zwischen den Sätzen.
James Bickerstaff fasst zusammen: „Sie ermöglichen es den Menschen, die Oberkörperkraft schrittweise wieder aufzubauen und gleichzeitig die Gelenkstabilität zu verbessern.“ Insgesamt sind die Übungen effektiv und lassen sich leicht in den Tagesablauf integrieren. Sie helfen, die funktionale Kraft und Beweglichkeit zu erhalten, die man im Alltag braucht.
Effektives Training ist entscheidend für die Erhaltung der neuromuskulären Funktion.
Es ist klar: Die Pflege der Muskulatur, besonders nach dem 55. Lebensjahr, trägt maßgeblich zu einer guten Lebensqualität bei. Mit einfachen, gezielten Übungen kann jede Person, unabhängig vom aktuellen Fitnesslevel, die Armkraft verbessern und so manche Herausforderung des Alterns besser bewältigen.