Hollywood-Stars und der Non-Bathing-Hype
Zahlreiche Prominente aus Hollywood stehen dem Trend offen gegenüber. Kristen Bell, Brad Pitt und Jake Gyllenhaal wurden bereits 2021 als Vorreiter genannt. Auch Jennifer Aniston, Julia Roberts und Charlize Theron gaben in Interviews an, nur einmal pro Woche zu duschen, um Wasser zu sparen. Mila Kunis sagte in einem Spotify-Podcast, dass sie ihren Körper nicht täglich komplett wäscht, sondern nur bestimmte Stellen reinigt; ihr Ehemann Ashton Kutcher stimmt dem zu und benutzt ein Stück Seife für Achseln und den Schritt. Auf der anderen Seite stehen Stars wie Dwayne „The Rock“ Johnson, die lieber mehrmals täglich duschen.
Pro und Contra zum Trend
Die wichtigsten Argumente dafür sind Schutz der Hautbarriere und sparsamerer Umgang mit Wasser. Marion Moers-Carpi, Dermatologin aus München, unterstützt persönlich die Idee, weniger zu duschen, und verwendet nur wenig Seife. Sie empfiehlt Kernseife (also einfache, zusatzfreie Seife) und sagt: „vieles, was unsere Großeltern praktizierten, wiederentdeckt werden sollte“.
Gegenstimmen gibt es aber ebenfalls. James Hamblin, Autor von „Clean: The New Science of Skin“, warnt, dass die Körperpflegeindustrie oft von großen Konzernen beeinflusst wird. Er unterstreicht, wie wichtig regelmäßiges Händewaschen ist, vor allem nach Kontakt mit Nase und Augen (auch außerhalb von Pandemien).
Umwelt und Konsum: Was sagen die Zahlen?
Allein in Deutschland werden jährlich rund 15 Milliarden Euro für Körperpflegeprodukte ausgegeben, was die ökonomische Bedeutung dieser Branche deutlich macht. Hamblin kritisiert den übermäßigen Konsum, der durch Produkte gefördert wird, die weltweit transportiert und in Plastikflaschen verkauft werden. Diese konsumkritische Sicht stellt den Nutzen langer täglicher Duschrituale infrage.
Laut Hamblin hat die Seifenindustrie zwar die öffentliche Gesundheit verbessert, geriet jedoch „irgendwann aus dem Ruder“. Zu häufiges und zu heißes Duschen entfernt die natürlichen Öle der Haut, führt zu Trockenheit und steigert den Bedarf an Feuchtigkeitscremes. Moers-Carpi ergänzt, dass das besonders problematisch für Menschen mit Hautproblemen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) sein kann.
Blick zurück und gesellschaftliche Seiten
Früher war es üblich, nur einmal pro Woche zu baden — ein Verhalten, das von früheren Generationen praktiziert wurde. Im modernen Alltag rücken die Folgen des Duschens für Umwelt und Ressourcen stärker in den Vordergrund, vor allem angesichts aktueller Energiekrisen, was den Badezimmertrend 2025 beeinflusst.
Am Ende bleibt die Debatte um den „Non Bathing“-Trend ein Balanceakt zwischen persönlicher Hygiene, ökologischen Überlegungen und sozialem Druck. In einer Welt, in der Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt, könnten alternative Hygieneroutinen zur Norm werden — das würde sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Veränderungen erfordern.