Warum Umwelt und Katzen darunter leiden
Mit 5,3 Millionen Hauskatzen in Australien, die jährlich etwa 546 Millionen Tiere töten, macht die Studie deutlich, wie stark Freigänger auf die heimische Fauna drücken. Doch die Umwelt ist nicht das einzige Problem. Rund 66,67% der australischen Katzenhalterinnen und -halter haben schon erlebt, dass eine Katze beim Umherstreunen ums Leben kam. Studien aus den USA, Neuseeland und Großbritannien stützen diese Befunde.
Eine US-Studie mit 55 freilaufenden Katzen zeigt, dass 25% einem Vergiftungsrisiko ausgesetzt waren und 45% regelmäßig Straßen überquerten. In Neuseeland wurde festgestellt, dass 59% der Katzen außerhalb des Hauses tranken und 40% dort fraßen, was ihre Anfälligkeit für Gefahren deutlich erhöht. Die durchschnittlich 4,8 Straßenüberquerungen pro Tag einer Katzenpopulation von 428 Tieren in Australien macht das ständige Risiko durch Verkehr klar; in Großbritannien gelten Verkehrsunfälle als häufigste Todesursache für Katzen im Alter von unter 1 Jahr bis 8 Jahren.
Wie gefährlich das Leben draußen ist: Gesundheit und Überleben
Die Folgen dieses Lebensstils sind ernst. Europäische Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 18–24% der Katzen während ihres Lebens von einem Auto angefahren werden, wobei etwa 70% dieser Unfälle tödlich enden. Freilaufende Katzen haben statistisch eine um 2–3 Jahre verkürzte Lebenserwartung im Vergleich zu Hauskatzen.
Neben den physischen Gefahren steigt bei Freigängern das Risiko für Infektionskrankheiten wie dem Feline Immunodeficiency Virus (FIV). Kämpfe mit anderen Katzen führen oft zu Krankheiten oder Verletzungen, die teure tierärztliche Behandlungen nötig machen. Ein persönliches Beispiel: Die ehemalige neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern verlor 2017 ihre Katze “Paddles” nach einem Autounfall, und der Singer/Songwriter Eric Bogle warnt in seinen Songtexten vor den Gefahren für Freigänger.
Was Katzenhalter tun können
Um den zahlreichen Gefahren aus dem Weg zu gehen, sollten Katzen idealerweise im Haus gehalten werden. Mike Calver, Heather M. Crawford und Trish Fleming von der Murdoch University heben in ihren Veröffentlichungen hervor, welchen Schutz ein Zuhause bietet. Katzenhalterinnen und -halter können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um ihren Tieren ein sicheres Umfeld zu bieten:
- den Bau eines “Catios” (eingezäunter Außenbereich)
- das Anbringen von Zaunaufsätzen
- Training für Spaziergänge an Leine und Geschirr, um kontrollierte Ausflüge nach draußen zu ermöglichen
Drinnen sollten Wohnungen katzenfreundlich eingerichtet sein — mit ausreichend Spielzeug, Kratzflächen und Rückzugsplätzen. Auch eine ausreichende Versorgung mit Katzentoiletten wird empfohlen, um Hygiene zu sichern und die Tiere zufriedenzustellen.
Das Wohl der Katzen und der Schutz der Umwelt hängen stark davon ab, wie verantwortungsvoll Besitzerinnen und Besitzer mit der Entscheidung umgehen, ihre Tiere draußen streunen zu lassen. Sorgfältige Überlegungen und geeignete Maßnahmen sind nötig, um den Tieren ein gesundes und sicheres Leben zu ermöglichen. Ziel sollte sein, die natürliche Neugier der Katzen mit ihrer Sicherheit in Einklang zu bringen.